Gibt es Alternativen zur Abwendung einer nationalen und globalen Wirtschaftskrise als Folge der COVID-19-Pandemie?


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In den letzten Tagen habe ich trotz enormen Arbeitsaufwand so einiges gelesen, angeschaut und habe darüber nachgedacht, was als Folge der COVID-19-Pandemie auf uns zukommen kann.

Heute habe ich mir auch das Spiegel-Interview mit dem Ökonom Jens Südekum durchgelesen.

Es gibt bereits einige Überlegungen und Maßnahmen, wie man eine Wirtschaftskrise verhindern kann, sobald man die Ausbreitung des Corona-Virus einigermaßen unter Kontrolle hat. Die Frage ist nur, reicht die Zeit dafür und gibt es alternative Lösungsansätze, die sofort greifen und eventuell sogar einfach und vergleichsweise günstig sein können, um sowohl den Virus zu bekämpfen als auch einen wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern?

Vor allem wird überall über die enorme Störung der Lieferketten gesprochen als auch darüber nachgedacht, wie lange es dauert, bis das gesamte globale Wirtschaftsgetriebe nach einem Stillstand wieder in den Gang kommt.

Ich finde die Frage nach schnellen kreativen Lösungen wichtig. Allerdings frage ich mich, warum alles so kompliziert gedacht wird und ob es nicht viel einfachere und vor allem sichere und günstige Lösungen gibt.

Ich selbst bin ja Unternehmer und mache mir große Sorgen. Es gibt zwar seit 25. März 2020 in Baden-Württemberg die 30.000 Euro Soforthilfe für Unternehmen zwischen 10 und 50 Mitarbeiter.

Allerdings muss man nicht lange rechnen, um fest zu stellen, dass es ein Tropfen auf heißen Stein ist. Denn bei einem Brutto-Monatsgehalt (inkl. Arbeitgeberanteil) von 4.000 Euro je Mitarbeiter betragen die Personalkosten bereits bei 10 Mitarbeitern 40.000 Euro.

Was sollen da die 30.000 Euro retten, wenn der Umsatz sofort um 50 % bis 100% einbricht und es nicht klar ist, wie lange der Umsatzeinbruch anhalten wird? Die Personalkosten sind erstmal sofort zu zahlen, wie jegliche weiteren Verbindlichkeiten. Selbst wenn man Kurzarbeit anmeldet, müssen zunächst die Urlaubstage vom letzten Jahr sowie die Überstunden abgebaut werden.

Die Personalkosten und jegliche weiteren Kosten, wie Miete, Leasing etc. müssen weiterhin in voller Höhe getragen werden. Die Umsätze brechen aber sofort weg. Die Stundungen helfen ebenfalls bedingt, denn diese holen einen hinterher wieder ein.

Vor allem jungen Unternehmen und Start-ups, die noch keine ausreichenden Ersparnisse auf den Konten horten konnten, sondern so gut wie alles in Wachstum investiert hatten, wird dies keine wirkliche Hilfe sein. Auf die kfw-Darlehen können solche Unternehmen und Start-ups gar nicht setzen, da man hierfür positive Ergebnisse bei den Jahresabschlüssen 2018 und 2019 vorlegen muss. Das wird bei wenigen jungen Unternehmen der Fall sein.

Daher ist zumindest mir in dem Zusammenhang überhaupt nicht einleuchtend, wofür das Bundesministerium für Finanzen das neulich verabschiedete Hilfspaket im Wert von 156 Milliarden Euro verabschiedet hat und was es tatsächlich bewirken soll.

Gibt es andere Lösungen?

Im Vorfeld muss ich klarstellen, dass ich kein Ökonom bin. Dennoch habe ich als Unternehmensberater für Controlling & Finanzen und als Unternehmer grundsätzliches betriebswirtschaftliches Verständnis.

Seit langem habe ich mir angewöhnt komplexe Zusammenhänge immer zu vereinfachen, damit ich diese selbst verstehe und auch anderen verständlich erklären kann. Nur so lassen sich auch komplizierte Geschäftsprozesse neu denken.

Hiermit lade ich alle Leser ein über folgende Maßnahmen gemeinsam nachzudenken und sich darüber auszutauschen.

1. Maßnahme:

Eindämmung der Pandemie mit der ganzheitlichen Quarantäne

Damit wir die Ausbreitung des COVID-19-Virus wirkungsvoll verzögern können und dadurch unser Gesundheitssystem entlasten können, muss die Quarantäne konsequent durchgezogen werden. Das ist absolut einleuchtend. Die Frage wird hier sein, wie lange die Quarantäne ausschließlich aus gesundheitlicher Perspektive dauern muss. Diese Frage werden die Mediziner und Epidemiologen beantworten.

Nehmen wir aber mal an, dass 4 Wochen einer absoluten Quarantäne für alle Industriezweige außer den wirklich systemrelevanten, wie Landwirtschaft, Lebensmittel, Medizin, Polizei und Feuerwehr so ziemlich wirkungsvoll sein dürften. Selbst die Banken kann man für einen Moment als nicht systemrelevant ansehen, dazu weiter unten.

2. Maßnahme:

Quarantäne als kollektive Betriebsruhe und die Auswirkung auf die Wirtschaft

Wir wissen seit Jahrzenten, dass Betriebsruhe von ganzen Unternehmen in der Vergangenheit keine wirkliche Auswirkung auf die Lieferketten oder die Wirtschaft als solche hatte. Es hat sogar recht gut funktioniert, wenn verschiedene Bundesländer die Ferien- und Urlaubszeiten zu unterschiedlichen Zeiten hatten. Viele Unternehmen haben bundeslandübergreifende Lieferbeziehungen und es hat alles soweit funktioniert.

Warum sollte es nicht funktionieren, wenn die Regierung eine ganzheitliche Betriebsruhe anordnet? Was soll da an den Lieferketten kaputtgehen, wenn wir uns alle Unternehmen anschauen, deren Güter und Services nichts mit den obengenannten systemrelevanten Industriezweigen zu tun haben?

Aus meiner Sicht rein gar nichts.

Zum besseren Verständnis können wir eine Nacht oder besser ein langes Oster-Wochenende nehmen. Wenn alles da liegen bleibt, wo es am letzten Arbeitstag lag, dann startet man nach einem langen Wochenende oder eben nach einem Monat kollektiver Betriebsruhe genau dort, wo man aufgehört hat.

Die Lebensmittelindustrie selbstverständlich ausgeschlossen, denn alle müssen ja in der Zeit und der Zeit danach essen. Auch, weil die zwischengelagerte Ware für die Herstellung der Lebensmittel einen Monat nicht einfach so herumliegen kann. Die restlichen Rohstoffe, Halbfabrikate und Endprodukte können ohne weiteres liegen bleiben. Alle, die z. B. ein Auto oder neue Möbel gekauft haben, warten einfach einen Monat länger auf die Auslieferung.

3. Maßnahme:

Einfrieren aller Geschäftstransaktionen

Was bringt nun die kollektive Betriebsruhe mit sich und was muss getan werden? Da die Unternehmen in der Zeit keinen Umsatz machen, muss seitens Regierung dafür gesorgt werden, dass alle finanziellen Transaktionen für einen Monat eingefroren werden.

Kein Unternehmen bezahlt Rechnungen, Gehälter, Mieten, Zinsen und sonst was, weil ja auch kein Zahlungseingang vorhanden sein wird. Somit gilt kompletter Stopp für alle! Dieser Stopp wird aber auch dafür sorgen, dass kein Unternehmen komplexe Liquiditätsplanungen anstellen muss, keine Anträge für Soforthilfen gestellt werden müssen und auch nicht bearbeitet werden müssen. Es muss einfach nichts gemacht werden. Es macht ja auch keiner etwas über das lange Oster-Wochenende.

Damit wäre jedes Unternehmen entlastet und bedarf kein Hilfspaket, das in Summe 156 Milliarden Euro kostet und womöglich noch viel viel mehr.

Im privaten Sektor müsste ebenfalls ein Gesetz erlassen werden, das jegliche Zahlungen für Mieten, Darlehenszahlungen, Versicherungen und weiteres aussetzt. Somit müssen wir als Privatpersonen in dieser Zeit nichts bezahlen. Denn die Unternehmen stehen ja auch still, wie oben beschrieben.

4. Maßnahme:

Finanzielle Unterstützung der arbeitenden Bevölkerung

Wenn nun kein Unternehmen die Gehälter und Löhne auszahlen darf, werden die arbeitenden Menschen für einen Monat lang keine Einnahmen haben. Gleichzeitig muss aber auch keiner einen Monat lang die Miete oder die Hypothek bezahlen.

Was benötigen dann die zu Hause sitzenden Menschen? Nicht viel mehr als Essen, Medikamente, Strom und Gas, oder? Man gibt ja sonst nichts aus und wenn alle Läden inkl. Online-Handel geschlossen sind, dann gibt es ein Monat lang nichts zu kaufen.

Nun stellen wir uns die Frage, wie viel benötigt ein Mensch für Essen, Medikamente, Strom und Gas, und zwar egal welchen Beruf oder Stellung, sprich vom Handwerker bis zum CEO eines Konzerns oder die Bundeskanzlerin? Nehmen wir mal zur einfachen Berechnung 1.000 Euro an? Mit 1.000 Euro kann man wirklich sehr gut essen, wenn man zu Hause kocht, selbst wenn es Halbfabrikate sind. Strom und Gas sind in den 1.000 Euro inklusive.

Was würde es der Regierung kosten?

Laut Statista, waren im Januar 2020 rund 44,98 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland registriert. Wenn wir sogar der Einfachheit halber annehmen, dass alle 81,5 Millionen Menschen 1.000 Euro erhalten würden, dann wären wir bei einem Hilfspaket von 81.000.000.000 Euro.

81 Milliarden Euro und das wäre es dann für 4 Wochen.

Aber das ist auch definitiv viel zu viel. Rentner bekommen Rente und müssen nicht finanziell unterstützt werden. In 2019 gab es laut Statista 17,5 Millionen Rentner in DE. Man könnte auch sagen, dass Menschen mit höheren Gehältern ab Betrag X auch deutlich weniger bekommen, z.B. 500 Euro pro Kopf. Richtig reiche Bürger bekommen gar nichts vom Staat. Da wird keiner davon verhungern, wenn man einen Monat lang überleben muss. Keiner!

Wie gesagt, aktuell liegt das Paket der Bundesregierung bereits bei 156 Milliarden!

Fazit:

1. Mit der ersten Maßnahme wird der Virus innerhalb eines Monats mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr stark eingedämmt.

2. Unternehmen sind mit 2. und 3 Maßnahme vollkommen aus dem Schneider und können nach einem Monat direkt weiter arbeiten als, wenn nichts wäre, wie nach einem langen Oster-Wochenende.

3. Ein kollektiver Betriebsurlaub hat für die gesamte Wirtschaft sogar enormen Vorteil. Wenn man seitens Regierung sogar einen Schritt weiter geht und alle Erwerbstätigen dazu bringt auf 20 Urlaubstage für 2020 zu verzichten. Dann hätte es enormen Vorteil für den Rest des Jahres für alle Unternehmen.

4. Die Unternehmen müssen nicht komplizierte und ohnehin unrealistischen Finanzpläne erstellen.

5.kfw, Banken und IHK müssen nicht Unmengen an Anträgen abwickeln, was ohnehin aus meiner Sicht bei der Anzahl an Antragstellern mehr als unrealistisch ist in der notwendigen Zeit zu bearbeiten.

6. Kein Chaos durch die ganzen Stundungen sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Finanzämtern und Krankenkassen.

7. Durch die 4. Maßnahme erhält jeder ausreichende finanzielle Unterstützung und ist gut versorgt.

Aus meiner Sicht ein recht einfaches, sicheres und vor allem günstiges Paket mit 4. Maßnahmen, die sich Deutschland und andere Länder definitiv leisten können.

Vielmehr mache ich mir aber Sorgen, dass die Maßnahmen der Regierung und der Notenbanken, die Unmengen an Geld in die Wirtschaft und ins Finanzsystem pumpen, sehr wahrscheinlich zu einer Hyperinflation führen können, wie Herr Doll es in dem WiWo-Artikel beschriebt.

Wie eingangs angemerkt, bin ich kein Ökonom. Vielmehr dient das oben beschriebene als Grundlage zum gemeinsamen Nachdenken und Brainstormen um alternative Lösungen zu finden.

Es kann gut sein, dass ich etwas nicht bedacht habe und alles doch viel komplizierter ist. Allerdings zeigt mir meine Berufserfahrung als Unternehmensberater und Unternehmer, dass komplexe Zusammenhänge deutlich vereinfacht werden müssen.

Lasst uns kreativ werden und „out of the box“ denken. Freue mich auf konstruktive Diskussion!

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